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Where Earth
meets Sky

Seit alle Achttausender bestiegen sind,
braucht man als Profi-Bergsteiger
etwas Fantasie, um noch alpinistische
Premieren zu vollbringen.

Doch genau dies ist Stephan Siegrist
einmal mehr auf ganz verschiedene
Art und Weise gelungen.

Antarktis – Himalaya – Eiger

In seinem neusten Vortrag führt er uns zum Beispiel zum Arwa Tower, einen spektakulär aufragenden Sechstausender im nordindischen Garhwal-Himalaya. Ziel ist die 1000 Meter hohe, noch unbestiegene Nordwand. Am 7. Juni 2007 standen Stephan Siegrist und seine Kollegen nach zwölf Klettertagen in der Wand auf dem Gipfel. Sie nennen ihre Erstbegehung „Lightning Strike“ – Blitzschlag (900 m, VI, M5, 5.9, A3).

Ein weiterer Meilenstein ist ihm zusammen mit den beiden deutschen Extrembergsteigern Thomas und Alex Huber in der Antarktis gelungen. Ende November 2008 standen sie auf dem Gipfel des Holtanna, einem 800 Meter senkrecht aus dem Eismeer ragenden Granitzahn. Temperaturen bis minus 46° Celsius und anspruchsvolle Kletterei in dieser Westwand forderten den Bergsteigern alles ab.

Nur zwei Wochen später standen sie das zweite Mal auf dem Holtanna. Über leichte Kletterei gelang ihnen der bereits früher versuchte Nordgrat – und damit auch gleich die erste freie Begehung des Berges. Mitte Dezember schließlich waren sie am höchsten Berg der Region, dem Ulvetanna, unterwegs. Bei wärmeren Temperaturen, aber Schneefall, gelang ihnen in drei Tagen eine Besteigung über den Nordwestgrat. Ein Base-Jump vom Gipfel des Berges blieb Thomas und Stephan wegen schlechten Wetters aber verwehrt.

Doch auch vor der eigenen Haustür gibt es noch alpinistische Premieren. Eindrücklicher Beweis dafür ist Stephan Siegrists neuster Coup: Zusammen mit Ralf Weber und Thomas Theurillat gelang ihm im Juni 2009 die Route Magic Mushroom, am Felspilz vor der Eigernordwand als erstem Kletterer im Rotpunkt-Stil.

Oben angekommen, startete Stephan Siegrist zum zweiten Teil seines Abenteuers. Und zwar rasant: Er sprang über die Felskante, genoss etwa 20 Sekunden freien Fall, zog dann an der Reissleine des Fallschirms und landete schliesslich nach 1000 Metern am Fuss der Eigernordwand. «Ein Traum wurde wahr», bilanziert Stephan Siegrist, und er freut sich über die gelungene Kombination von klettern und springen und den Elementen Erde und Luft.