Stephan Siegrist

Profi Alpinist

Kirgistan: Team-Trip Kirgistan

Die Berge Kirgistans: Ein Bergstiegereldorado, so hatte es schon Saladin 1936 formuliert. Wir machten uns zusammen auf den Weg.

Aus einem Traum wird Wirklichkeit

Nicht nur in die gehobenen alpinen Schwierigkeitsgrade, sondern auch auf eine historische Fährte machte sich der Mammut Team Trip dieses Jahr. Auf den Spuren des 1936 in Kirgistan verstorbenen Schweizer Bergsteigers und Kommunisten Lorenz Saladin fuhren Stephan Siegrist, Giovanni Quirici, Nina Caprez und David Lama in einer sitzfleischstrapazierenden dreitägigen Zugfahrt von Moskau über Kasachstan, am Aralsee vorbei nach Bishkek. Weiter ging es ins Karavshingebiet im Südwesten des Landes.

Die Reise

Lorenz Saladin war zusammen mit den Gebrüdern Abalakow in den Jahren 1935 und 36 hierher gekommen und hatte zahlreiche Gipfel erstbestiegen. Ziel des Mammut Team Trips war die erste Rotpunktbegehung eines mit A3 bewerteten Technoklassikers an der 800 Meter hohen Westwand Asans im Kara Su Tal. Nicht nur besten Granit, sondern auch abwechslungsreiche und anspruchsvolle Freikletterei fand das Quattro. Besonders in den langen und kniffligen Plattenpassagen der Timofeevroute, die bislang nur mit Bathooks begangen wurden, ging es laut Lama „zur Sache“, denn die schwierigsten Stellen waren im Grad 7b obligatorisch zu klettern und mit alten sowjetischen 5 mm Bohrhaken „recht spannend“ abgesichert. Am 2. August erreichte das Team den Gipfel. Wenige Tage später wiederholten Siegrist, Caprez und Quirici den 24 Seillängen langen Pestroika Crack (7b) am Pik Slesova, der aufgrund seiner Schönheit auch „Astroman des Ostens“ genannt wird.

Karavshin

Das Karavshingebiet war im Jahr 2000 in die Schlagzeilen geraten, als mehrere Amerikaner, unter anderem Tommy Caldwell und Beth Rodden, von islamischen Rebellen entführt worden waren. Seitdem ist das Gebiet wieder sicher.Die meisten Routen sind bislang nur technisch begangen worden, bieten aber aufgrund des kletterfreundlichen Gesteins Potential für Freikletteraspiranten. „Ein Bergstiegereldorado“, so hatte es schon Saladin 1936 formuliert.

Fakten

Dauer: 18.7. – 20.8.2009 *

Kletterer: David Lama, Nina Caprez, Giovanni Quirici, Stephan Siegrist

Anreise: Zug Moskau-Bishkek, Inlandflug Biskek Batken, Autofahrt nach Ak-Sai, mit Militärjeeps durch tadschikische Enklave Woruch, 2 tägiger Marsch mit Eseln entlang des Karavshinflusses bis ins Basislager.

Gebiet: Karavshin Gebiet, Turkestankette, Kara-Su Tal, Kirgisistan (Batkengebiet, Südwesten)

Berg: Asan, 4230 Meter

Route: Timofeevroute, erstbegangen 1986, damals bewertet mit russisch 6A (6a, A3). 20 Seillängen. Höhenunterschied mit Wandvorbau 1000 Meter, Kletterei 800 Meter.

Erreichtes Ziel: Erste Rotpunktbegehung. 7b plus, 7b obligatorisch. Gipfel am 2. August 2009 erreicht.

Weiteres: Rotpunktbegehung Perestroika Crack, Berg: Slesova (Russian Tower)24 Seillängen, 7b, Ak-Su Tal. Erstbegangen durch Franzosen 1991, 1992 rotpunkt, 1999 erste kompletter Vorstieg rotpunkt durch Lynn Hill. „Astroman des Ostens“